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Das Attentat vom 04. Februar 1995

Heute vor 29 Jahren gingen Josef Simon, Peter Sarközi, Erwin und Karl Horvath los, um um die Oberwarter Siedlung zu patrouillieren. Die Vier hatten einen Verdacht. In dieser Nacht wurden Sie von einer Bombe getötet.

Ab Dezember 1993 steht Österreich unter dem Terror der „Bajuwarischen Befreiungsarmee“ (BBA). Insgesamt 25 Briefbomben wurden verschickt, drei Rohrbomben gelegt. 11 Menschen wurden dabei verletzt, am 04. Februar 1995 tötete eine Bombe in Oberwart vier Menschen.

Ende August 1994 explodiert in Klagenfurt die erste Rohrbombe – zuvor wurden bereits 10 Briefbomben verschickt, von denen vier detonierten und mehrere Menschen schwer verletzten. Von da an gehen Josef Simon, Peter Sarközi, Erwin und Karl Horvath auf Patrouille. Ab September 1994 sprechen sie davon, sie haben das Gefühl die Oberwarter Rom*nja-Siedlung, in der sie wohnen, wird beobachtet. Mit ihrer Befürchtung gehen Sie zur Polizei, die die Bedenken nicht ernst nimmt. Stefan Horvath verlor am 04. Februar 1995 seinen Sohn Peter Sarközi. Er erinnert sich an die Zeit vor dem Anschlag:

„In den nächsten Tagen fahren die Gendarmen rund um die Siedlung. Aber auch nicht ernsthaft, das hat man schon gemerkt.“

Die Vier organisierten sich selbst, wollten die Siedlung schützen. In der Nacht auf den 05. Februar wird unter einem Schild in der Nähe der Siedlung eine Rohrbombe platziert. Auf dem Schild steht die rassistische Parole „Roma zurück nach Indien“. Als die Vier das Schild entfernen werden sie durch die detonierende Bombe getötet.

Der Mord an Josef Simon, Peter Sarközi, Erwin und Karl Horvath war das schlimmste rechtsterroristische Attentat in Österreich nach 1945.

1939 lebten 360 Rom*nja in Oberwart, sie wurden alle deportiert. Weniger als 20 kehrten aus den Konzentrationslagern zurück.

Der Wiener Historiker und Schriftsteller Doron Rabinovici über das Attentat:

„Diese vier Menschen – Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon – wurden aus demselben Grund ermordet, dessentwegen bereits ihre Vorfahren erschlagen, erschossen und vergast worden waren, und zwar nicht, wie zuweilen gesagt wird, nur weil sie Roma waren, sondern vielmehr nur deshalb, weil die Mörder Roma hassten.“

In den Tagen nach dem Attentat startete eine Kriminalisierung der Oberwarter Rom*nja. Die FPÖ unter Jörg Haider prägte eine massiv rassistische Stimmung und versuchte den rechtsextremen Briefbombenterror als linke Verschwörung umzudeuten. Erst im Oktober 1997 wurde der vermeintliche Einzeltäter Franz Fuchs gefasst.

Niemals vergessen.