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Fahrräder im Kampf gegen den Faschismus

Anlässlich unserer Rad-Demo am 18.04.2026 wollen wir an drei historischen Beispielen zeigen, welche wichtige Rolle Fahrräder im Kampf gegen den Faschismus gespielt haben.

Auf dem Rad können weitgehend unbemerkt größere Strecken zurückgelegt werden. Fahrräder waren Fluchtfahrzeuge und wurden zum Schmuggeln verwendet.  In Österreich nutzte etwa die Partisan*innengruppe Willy Fred Fahrräder im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Die Gruppe war im Salzkammergut aktiv. Das Fahrrad taucht in vielen Erzählungen über Partisan*innengruppen im Salzkammergut als unverzichtbares Fortbewegungsmittel auf: um Medikamente und Lebensmittel zu transportieren, geheime Nachrichten zu überbringen bis hin zu erfolgreichen Fluchtversuchen mit dem Fahrrad. Die Partisan*innen legten dabei bis zu 100 Kilometer täglich zurück.

Auch die Widerstandskämpferin Johanna Wagner aus Tirol nutzte ihr Fahrrad im Kampf gegen den Faschismus. Sie schloss sich bereits als Schülerin dem Widerstand an und verbreitete illegale Flugblätter. Mit ihrem Rad versorgte sie Widerstandsgruppen im Ötztal mit Lebensmitteln, Waffen und Munition. Dafür fuhr sie 77 Kilometer mit dem Rad. Die Waffen und Munition klaute sie aus Munitionszügen der Wehrmacht. 1944 wurde sie von der Gestapo inhaftiert, nahm die alleinige Schuld für ihren Widerstand auf sich und konnte durch das Vortäuschen einer Krankheit den Nationalsozialismus überleben.

Auch in Prag nutzten Antifaschist*innen Fahrräder um gegen die Nazis zu kämpfen. Am 27. Mai 1942 verübten Jan Kubiš und Jozef Gabčík, zwei Unteroffiziere der tschechoslowakischen Exilarmee, einen erfolgreichen Anschlag auf den SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich. Heydrich gilt als einer der Hauptorganisatoren des Holocaust. Die Aktion gegen ihn lief unter dem Codenamen „Operation Anthropoid“. Kubiš und Gabčík griffen Heydrich in seinem Dienstwagen an und verletzten ihn mit einer Granate so schwer, dass er einige Tage nach dem Attentat an seinen Verletzungen starb. Danach ergriffen die beiden Attentäter die Flucht mit dem Fahrrad.

Bei ihrer Flucht erhielten die beiden Attentäter Hilfe von zwei tschechischen Familien. Die erst 14-Jährige Jindřiška Nováková half dem verwundeten Jan Kubiš bei der Flucht, indem sie sein Flucht-Fahrrad versteckte. Sie wurde denunziert und im KZ Mauthausen ermordet. Sie gilt als das jüngste weibliche Todesopfer des KZ Mauthausen. Infolge des antifaschistischen Mordattentats auf Heydrich zerstörten die Nazis zwei komplette Ortschaften, ermordeten alle Einwohner*innen oder verschleppten diese in Konzentrationslager.

Diese drei Beispiele zeigen, dass Fahrräder immer wieder eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Faschismus gespielt haben. Die Geschichten der Widerstandskämpfer*innen zeugen von unglaublicher Kreativität und unglaublichem Mut im Umgang mit repressiven Bedingungen. Dabei waren Fahrräder immer wieder ein unverzichtbares Hilfsmittel.

Antifa heißt Radfahren! 
Ölt eure Ketten und rauf auf den Sattel: Am 18.04. alle zur Antifa-Raddemo!

Samstag 18.04.2026 | 15:00 Uhr
Christian-Broda-Platz (1060 Wien)