Gleich zwei Mal durfte der Antidemokrat und rechtsextreme Blogger Curtis Yarvin in Wien reden. Einmal eingeladen von dem ungarischen rechtskonservativen Magazin „The European Conservative“ in der Albert Hall, dem ehemaligen Gebäude der Hitlerjugend. Und ein paar Tage später, am 21.02.2026, war er bei der „Identitären“-Gruppe „Aktion 451“ eingeladen. Die Veranstaltung fand im Ferdinandihof statt, der bekannt ist die Räumlichkeiten an die „Identitäten“ zu vermieten und es auch schon mehrmalig zu linken Protesten kam.
Curtis Yarvin und seine Rolle in der US-Politik
Begonnen hat Yarvin 2007 als Software-Entwickler und Blogger, hat dann vor allem durch Trump immer mehr an Ansehen gewonnen.
Yarvin gehört zum Tech-Thinktank rund um Peter Thiel, J.D. Vance und der gesamten MAGA-Bewegung. Er fordert die Abschaffung der Demokratie und eine Einführung eines Tech-Monarchen. Es sollte demnach keine Wahlen oder eine Verfassung geben und das Land sollte von einem CEO-Monarchen wie ein Unternehmen geführt werden. Gewaltentrennung wäre in diesem System auch abgeschafft und es gäbe eine totalitäre Überwachung der gesamten Gesellschaft.
Die Theorien und Forderungen sind durchzogen von Verschwörungstheorien. Etwa redet er davon, dass liberale Medien und Politik die Gesellschaft kontrollieren würden und die Gesellschaft aufgeweckt werden müsse. Ebenso will er eine „humanere Lösung für einen Völkermord“ finden. Yarvin ist stark von einem sozialdarwinistischem Denken geprägt, kranke, arme und „unproduktive“ Menschen haben in seinem System keinen Platz. Kurz – er redet von Eugenik, wie sie auch in der NS-Zeit stattgefunden hat.
Teilweise haben Ideen von Yarvin schon Umsetzung in Trumps zweiter Amtszeit gefunden. Das von Elon Musk eingeführte DOGE ist an einer von Yarvins Ideen angelehnt. Yarvins Idee hieß RAGE (retire all government employees). Das läuft darauf hinaus, den Staat zu destabilisieren und Macht zu entziehen, was dazu führt, dass Tech-Konzerne immer mehr an Macht und Kontrolle gewinnen können.
Hinaus läuft das auf einen neuen Tech-Faschismus.
Peter Thiels Investments
Ein großer Investor in Yarvins Ideen ist Peter Thiel. Thiel ist vor allem bekannt als Erfinder von PayPal, Milliardär und großer Tech-Investor im Silicon Valley. Außerdem ist er Arbeitgeber des österreichischen Ex-Bundeskanzlers Sebastian Kurz und ehemaliger Arbeitgeber von J.D. Vance, der jetzt als Vizepräsident Tech-Unternehmen immer mehr Macht geben will. Neben Thiels Spenden an Yarvin und an Trumps letztem Wahlkampf, investiert er auch in diverse Rüstungstechnologien und rechte Medien. Zum Beispiel auch in eine Dating-App für Rechtskonservative, eine Alternative zu YouTube, die wenig moderiert wird, oder auch in ein rechtes Lifestyle-Magazin, das Rassismus und Homophobie verbreitet sowie das Patriarchat verherrlicht.
Peter Thiel bekommt von Trump auch Staatsaufträge wie etwa für Palantir, dass als Betriebssystem für das US-Militär dient.
In Europa hat Thiel mit Sebastian Kurz die Security Firma „Dream Security“ und beschäftigt sich weitgehend mit KI und Cybersecurity.
Internationale Vernetzung
Die Einladung von Yarvin von den „Identitären“ zeigt gut, wie sehr sich Yarvins Ideologie in die deutschnationale Ideologie von Rechtsextremen einfügt.
Die Einflüsse der jetzigen US-Politik sind etwa schon in Ungarn zu sehen, die kurz nach den USA ebenfalls ein „Antifa-Verbot“ umgesetzt haben oder in Deutschland, wo dem Antifa-Verbot in den USA ein Debanking linker, antifaschistischer Vereine folgte. Die große Vernetzung zwischen amerikanischen Konservativen, Rechtsextremen und der Verbreitung von neuen NS-Ideologien zeigt, wie unmittelbar konservative Politik an rechtsextreme Ideologie anknüpft.
Quellen:
https://www.3sat.de/kultur/control-alt-delete/reihe-control-alt-delete-curtis-yarvin-100.html
https://www.diepresse.com/20598287/ungarisches-magazin-laedt-antidemokratischen-us-blogger-curtis-yarvin
https://kontrast.at/curtis-yarvin-aktion-451-wien/
https://www.derstandard.at/story/3000000309405/us-ideologe-yarvin-in-wien-auftritt-im-ehemaligen-hitlerjugend-haus
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