Zum Brand in einer Geflüchtetenunterkunft in Oberösterreich
In der Nacht auf vergangenen Dienstag wurde in einem Wohnhaus in Schönau, Oberösterreich, ein Brand gelegt. Die 6 Bewohner*innen konnten das Haus zum Glück lebend verlassen, einige bekamen eine Rauchgasvergiftung. Die Nachrichtensendung “Zeit im Bild” berichtete, dass die Ermittlungen laufen und schreibt:
„Hinweise auf eine politisch oder fremdenfeindlich motivierte Tat hat es bisher nicht gegeben.“
Diese Behauptung ist in der gegenwärtigen politischen Situation absurd. Die FPÖ steht mit ihrer rassistischen, völkischen Politik in aktuellen Wahlprognosen bei fast 30%. Rassismus wird in Österreich selbstbewusst und offen geäußert. In einem solchen politischen Klima ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu Anschlägen kommt und es wieder Tote gibt.
Die Behauptung, es gäbe keinen Hinweis auf einen politischen Hintergrund der Tat erfüllt eine Funktion. Dieses bereits früh gesetzte Narrativ ermöglicht die Schuldabwehr. So kann eine Auseinandersetzung mit dem in der Gesellschaft verankerten Rassismus ausbleiben. Dies spiegelt sich auch in den Kommentaren des ZIB Postings wieder. Neben zahlreicher Entrüstung über die absurde Negation des Zusammenhangs von rassistischen Hetze und dem Brandanschlag finden sich auch zahlreiche Beispiele für „Täter-Opfer-Umkehr“.
Für uns ist klar: angesichts der gegenwärtigen politischen Lage liegen mehr als genug Hinweise auf eine rassistische Tat vor. Es bleibt abzuwarten, was die Behörden ermitteln und dies ist angesichts des gesellschaftlichen und behördlichen Rassismus kritisch zu bewerten.
Wir stehen solidarisch an der Seite aller Betroffener rechter und rassistischer Gewalt.
![Gruppe für organisierten Antifaschismus [wien]](https://gfoa.noblogs.org/files/2023/01/cropped-logo_schwarz_web.png)