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Teil 2: NS VERHERRLICHUNG STOPPEN – KEIN TAG MIT EHRE

Auch dieses Jahr wollen sich am 08. Februar hunderte Neonazis am sogenannten „Tag der Ehre“ treffen um der Wehrmacht und ungarischen NS-Kollaborateuren zu gedenken. Was mit einer „Gedenkveranstaltung“ begann, entwickelte sich mit den Jahren zu einer Veranstaltungsreihe, die sich auf drei Events aufteilt: Dem „Gedenken“, einer Wanderung entlang der Route des Ausbruchsversuchs und einem großen Konzert, bei dem mehrere internationale Neonazi-Bands auftreten. Dieses Jahr soll das Neonazi-Konzert über zwei Tage verteilt stattfinden und mehr als 10 Bands aus ganz Europa eine Bühne bieten. Organisiert werden die Konzerte vom ungarischen Ableger von „Blood & Honour“, einem der wichtigsten internationalen neonazistischen Netzwerken mit sogenannten Divisionen in ganz Europa, Nord- und Südamerika und Australien.

Gegründet wurde „Blood & Honour“ 1987 in Großbritannien von Ian Stuart Donaldson, dem 1993 verstorbenen Sänger der neonazistischen Band „Skrewdriver“. Konzerte stellen für neonazistische Gruppen und Netzwerke eine bedeutende Einnahmequelle dar. Bereits im Oktober 2024 fand in einer Gemeinschaftshalle in Csömör, einem Dorf in der Nähe von Budapest, ein zweitägiges Neonazi-Festival, zum zehnjährigen Jubiläum von „Pride France“ (einer französischen Modemarke des Neonazis Tomasz Szkatulski) statt.

So war auch Pride France einer der drei Mitveranstalter der „European Fight Night“, bei dem Szkatulski auch selbst mitgekämpft hat. Erst im Dezember 2024 fand das letzte Neonazi Konzert westlich von Budapest statt.

Einer der Hauptorganisatoren mehrerer Veranstaltungen am sogenannten „Tag der Ehre“ ist die „Légió Hungária“, einer 2018 gegründeten neonazistischen Gruppe mit Verbindungen zu „Blood & Honour“ und der international aktiven „Active Club“-Bewegung.

In einem Interview 2023 mit dem amerikanischen Neonazi Greg Johnson sprach der „Légió Hungária“-Leiter Béla Incze von engen Beziehungen zu „Combat 18“, dem rechtsterroristischen Arm von „Blood & Honour“, den „Hammerskins“ und „Betyársereg“. Es ist zu befürchten, dass das zweitägige Neonazi Festival zu einer weiteren Normalisierung rechtsextremer Ideologie beitragen wird. Das neonazistische Vernetzungstreffen findet nicht zufällig seit 1997 in der ungarischen Hauptstadt statt. Unbeobachtet von Behörden und mangels Wiederbetätigungsgesetzen gilt die rechte Wahlautokratie als sicherer Raum für Neonazis aus ganz Europa. So finden in Ungarn regelmäßig Neonazi-Veranstaltungen statt, zB im Sommer 2023 die „European Fight Night“ als Ersatzveranstaltung des in Deutschland verbotenen neonazistischen Kampfsportturniers „Kampf der Nibelungen“.

Weder Ruhm noch Ehre

 Auch wegen der geographischen Nähe von Ungarn zu Wien, betrachten wir es als wichtig, die Menschen vor Ort zu unterstützen, die mit einer autoritären Regierung und gewaltbereiten Neonazis konfrontiert sind. Für uns als Antifaschist*innen ist klar, diesen Neonazi-Aufmarsch lassen wir nicht unbeantwortet. Jährlich nehmen auch dutzende militante Neonazis aus Österreich am „Tag der Ehre“ teil. Die neonazistische Bedrohung der sich Linke und marginalisierte Personen hier gegenübersehen verdeutlicht die Notwendigkeit antifaschistischer Praxis, mit allen notwendigen Mitteln!

Sicherheitshinweise

Kommt deshalb zahlreich am 08. Februar nach Budapest, denn je mehr Menschen sich an der Demonstration beteiligen, desto sicherer wird diese für uns alle. Bleibt die ganze Zeit über in Gruppen. Passt während der Demonstration und bei der An- und Abreise aufeinander auf. Bringt eine Mütze, einen Schal, eine FFP2 Maske und einen Regenschirm mit. Die Rechtshilfenummer für den Tag wird vor Ort bekannt gegeben.