Auch dieses Jahr wollen sich am 08. Februar hunderte Neonazis am sogenannten „Tag der Ehre“ treffen um der Wehrmacht und ungarischen NS-Kollaborateuren zu Gedenken. Nicht zufällig findet seit 1997 das neonazistische Vernetzungstreffen in der ungarischen Hauptstadt statt. Unbeobachtet von Behörden und mangels Wiederbetätigungsgesetzen gilt die rechte Wahlautokratie als sicherer Raum für Neonazis aus ganz Europa. So finden in Ungarn regelmäßig Neonazi-Veranstaltungen statt, zB im Sommer 2023 die „European Fight Night“ als Ersatzveranstaltung des in Deutschland verbotenen neonazistischen Kampfsportturniers „Kampf der Nibelungen“.
Österreichische Neonazis 2024
Neben der „Gruppe Sport und Technik“, einer kleinen Neonazis-Gruppe aus dem Dunstkreis Gottfried Küssels, beteiligten sich auch Bernhardt Burian und Cedomir Aleksijevic, von der neonazistischen „Tanzbrigade“ am Tag der Ehre. Auch Jörn Schimanek, Teil der rechtsterroristischen „Sächsischen Separatisten“ und Enkel eines FPÖ-Politikers beteiligten sich am SS-Gedenken in Budapest.
Verfahren und Repression gegen Antifas
Angriffe auf militante Neonazis rund um den „Tag der Ehre“ 2023 hatten einen groß angelegte internationale Repressionswelle zur Folge, die immer noch anhält. So hat die Staatsanwaltschaft in Budapest vor kurzem 14 Jahre Haft für Maja gefordert. Aktuelle Infos findet ihr auf: basc.news
Es ist ein Armutszeugnis der Medien, dass über eine der größten Neonaziveranstaltungen in Europa erst wegen der antifaschistischen Angriffe auf Nazis berichtet wird. Unterbelichtet bleibt die massive Gefahr, die von der Veranstaltung ausgeht.
Ungarische Zustände
Während Antifaschist*innen verfolgt, wie Schwerverbrecher*innen behandelt werden und unter katastrophalen Bedingungen in ungarischer Untersuchungshaft eingesperrt werden, genießen Neonazis in Ungarn Narrenfreiheit. So wurde ein Teil der Neonazi-Gedenkveranstaltungen lange sogar staatlich gestützt
Weder Ruhm noch Ehre. Raus zum 08. Februar!
Auch wegen der geographischen Nähe von Ungarn zu Wien, betrachten wir es als wichtig, die Menschen vor Ort zu unterstützen, die mit einer autoritären Regierung und gewaltbereiten Neonazis konfrontiert sind. Jährlich nehmen auch dutzende militante Neonazis aus Österreich am „Tag der Ehre“ teil. Die neonazistische Bedrohung, der sich Linke und marginalisierte Personen hier gegenüber sehen, verdeutlicht die Notwendigkeit antifaschistischer Praxis, mit allen notwendigen Mitteln.
Antifa heißt Busfahren!
Für uns als Antifaschist*innen ist klar, diesen Neonazi-Aufmarsch lassen wir nicht unbeantwortet. Deshalb fahren wir am 08.02. gemeinsam mit dem Bus vom OAT und KZ-Verband aus Wien nach Budapest und unterstützen unsere ungarischen Genoss*innen bei den Gegenprotesten. Schließ dich uns an!
![Gruppe für organisierten Antifaschismus [wien]](https://gfoa.noblogs.org/files/2023/01/cropped-logo_schwarz_web.png)