Ausschnitte aus unserer Moderation zur Demo am 15.10.2023
In der Unteren Donaustraße 39, also hier in der Nähe [des Karmeliterplatz], befindet sich ein Haus, in dem mehrere Neonazis Wohnungen besitzen.
In der Unteren Donaustraße – gleich neben einer Synagoge – befindet sich das Wohnhaus von den Neonazis Gottfried und Karin Küssel, sowie Felix Budin. Die Shoahleugner*innen gehören zu dem übelsten, was die extreme Rechte in Österreich zu bieten hat.
Besonders grotesk daran ist, dass sich die Küssels, Budin und ursprünglich weitere Neonazis inmitten eines zentralen jüdischen Grätzels sesshaft gemacht haben. Laut Eigenaussagen, wollen sie damit zeigen, dass sie ihren Antisemitismus überall ausleben können und ihre Vernichtungsfantasien gegenüber Jüdinnen und Juden direkt in deren Umfeld austragen wollen.
Die hier lebenden, aktiven Neonazis stellen eine Gefahr für alle Menschen die im Bezirk leben dar, vor allem für alle, die nicht in das engmaschige, faschistische Weltbild der Nazis passen.
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Gottfried Küssel ist einer der wichtigsten Neonazis in Österreich, seit den späten 70er Jahren in der rechtsextremen Szene aktiv und stellt eine der wichtigsten Szenekräften des Landes dar. […] Nach seiner ersten Haftstrafe kauften Gottfried und Karin Küssel zu günstigen Preisen ursprünglich vier Wohnungen in der Unteren Donaustraße, hier im zweiten Wiener Gemeindebezirk. Gottfried Küssel tritt für den Hitlerfaschismus ein und will ein nationalsozialistisches Regime erneut aufbauen, das sagte er so selbst schon ganz offen.
Die Ehefrau von Gottfried Küssel, Karin ist nicht weniger relevant für die österreichische Neonaziszene. Sie ist ebenfalls in der Szene gut vernetzt und steht ihrem Ehemann ideologisch um nichts nach. Bis zu Gottfried Küssels zweiter Haftzeit haben die beiden einen „Nationalen Bioladen“ in der Unteren Donaustraße betrieben. […]
Felix Budin ist ein weiterer zentraler Akteur der österreichischen Neonaziszene. […]
Budin gilt – wie auch die Küssels – als einer der zentralen Akteure rund um die Neonazigruppe Unwiderstehlich und ist mit den wichtigsten Personen der österreichischen extremen Rechten vernetzt. […]
Vor einer Woche, am Wochenende um den 07. Oktober, fand im ungarischen Sopron ein sogenannter „Gerd Honsik-Kongress“ statt.
Zum Kongress in Ungarn letzte Woche reisten FaschistInnen aus ganz Europa an, etwa von der Neonazipartei „Der 3. Weg“ in Deutschland oder „Casa Pound“ in Italien. Mittendrin sind auch die Neonazis aus der Unteren Donaustraße. Das Grundstück in Sopron, auf dem der „Kongress“ stattfand, gehörte erst Gerd Honsik und nach seinem Tod dessen Tochter. Die verkaufte das Anwesen schließlich, an die Honsik-VerehrerInnen rund um Küssel.
Es ist also ein internationales Problem, dass die Neonazis um Gottfried Küssel Grundstücke, Häuser, Wohnungen kaufen und diese für ihre politische Arbeit nutzen. […]
Letzten Samstag fand nicht nur der neonazistische „Gerd Honsik Kongress“ statt, sondern auch ein kaum vorstellbares Massaker an hunderten Israelis, Jüdinnen und Juden. Als Reaktion darauf sind weltweit Menschen auf die Straße gegangen, um diesen terroristischen Akt zu feiern. Das zeigt, wie tief verwurzelt und gefährlich Antisemitismus ist. […]
Auch wir sind solidarisch mit allen Jüdinnen und Juden, die sich weltweit einem wieder erstarkenden Antisemitismus gegenübersehen.
Danke an euch alle, dass ihr gestern mit uns auf der Straße wart!
Organisieren wir uns gemeinsam gegen rechtsextreme Umtriebe und schauen wir nicht weg!
![Gruppe für organisierten Antifaschismus [wien]](https://gfoa.noblogs.org/files/2023/01/cropped-logo_schwarz_web.png)