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Völkisch-nationalistische Verbindungen kappen!

Am Freitag und Samstag (20. bis 21.01.2023) diese Woche lud die deutschnationale Wiener Burschenschaft Albia, gemeinsam mit dem rechtskatholischen Thinktank „Renovatio“ (Augsburg) und der „European Conservative“ (Budapest) zu einer Konferenz nach Wien. Unter dem Titel „Religion und Nation“ ist diese Konferenz Ausdruck der Annäherungsversuche zwischen völkischen und konservativ-religiösen europäischen Rechten.

Der Thinktank „Renovatio“ aus Augsburg zählt zum gegenrevolutionären Konservatismus, der sich die Rückkehr des Patriarchats erträumt und gegen die „Gender-Ideologie“ hetzt. Der Kampf für die Rehabilitierung der Männerbünde bzw. der kriegerischen Wehrhaftigkeit steht ganz oben auf der Agenda.
Das Magazin „The European Conservative“ ist der Versuch der Orban-Regierung sich ein rechtes europäisches Vorfeld zu schaffen.

Die B! Albia gehört zusammen mit weiteren extrem rechten Burschenschaften dem Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ an, die einen völkischen Nationalismus vertritt.
Zu bekannten Mitgliedern der deutschnationalen, schlagenden Burschenschaft Albia zählt Udo Guggenbichler, Abgeordneter zum Wiener Landtag für die FPÖ, Obmann des Österreichischen Pennälerringes und Organisator des Akademikerballs. Auch Florian Köhl, heute AFD Politiker, ist Mitglied der B! Albia. Köhl war regelmäßig bei den wöchentlichen Burschi-Bummel an der Uni Rampe anzutreffen und lies sich im Jahr 2020 fotografieren, wie er auf einer Corona Leugner*innen Demo das Transparent der Gruppe „Corona Querfront“ rund um die Neonazis Gottfried und Karin Küssel trug. Auf dem Foto ist zu sehen wie Köhl gemeinsam mit Alt-Neonazi und Küssel Freund Harald Schmidt, dem Wiener Neonazi Bernhard Burian (Tanzbrigade), dem Neonazi-Hooligan Dominik Wendel und dem Identitären Andrei Pavan das Transparent hält.

Die Konferenz bestand zum Großteil aus Vorträgen und Ansprachen von verschiedenen rechten bis rechtsextremen Ideologen und Professoren. Einer dieser war Lothar Höbelt, der als außerordentlicher Professor für neuere Geschichte an der Uni Wien mit revisionistischen Positionen auf sich aufmerksam machte. Höbelt gilt als Haus- und Hofhistoriker der FPÖ, publiziert regelmäßig in rechtsextremen Zeitschriften und beherrscht es, sich immer an der Grenze des Sagbaren zu bewegen. Ende 2019 bis Anfang 2020 gab es breite antifaschistische Proteste an der Uni Wien gegen seine Lehrveranstaltungen, wo sich daraufhin einige Burschenschafter, Identitäre und Rechtsextreme mit ihm solidarisierten.

Verbunden werden diese völkisch und konservativen rechten Milieus durch Antifeminismus, Queerfeindlichkeit und Maskulinismus, Verschwörungsmythen und naturalisierende Geschichtsdeutungen, Untergangsangst und Neugeburtshoffnung sowie Elitarismus und antiemanzipatorischen Aktivismus.

Die Konferenz, die leider ohne Störungen und Gegenprotest in Wien stattfinden konnte, ist Beispiel für die europäische Vernetzung des (extrem) rechten, völkisch nationalistischen, konservativ-religiösen und christllich fundamentalistischen Lager.
Für uns Antifaschist*innen heißt es, diese Gefahr zu erkennen und diese menschenverachtenden Ideologien zu bekämpfen, sie nicht zu ignorieren, sondern sich ihnen bei jeder sich bietenden Gelegenheit in den Weg zu stellen – gemeinsam, entschlossen und organisiert!