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Zum Status Quo der Wiener Neonazi-Szene

Am Freitag den 21.02.2025 kam es in der Wiener Innenstadt zu einer Neonazi-Demo, zu der die „Identitären“ mobilisierten.

Die Demonstration der „Identitären“ wurde als vermeintlicher „Trauermarsch“ nach dem islamistischen Anschlag in Villach angekündigt. Tatsächlich handelte es sich aber um eine rassistische Neonazi-Demo, an der sich auch AkteurInnen der FPÖ beteiligten. Wie Bilder des Presseservice Wien belegen, beteiligte sich eine große Gruppe von etwa 30-40 Neonazis an der Demonstration. Diese sind dem Spektrum der „Tanzbrigade Wien“ und deren Jugendgruppe „Division Wien“ zuzuordnen. Es waren aber auch Neonazis aus dem engsten Umfeld Gottfried Küssels anwesend, wie Richard Fiebicher und Harald Schmidt.

Brisante Allianzen: FPÖ – Küssel – „Tanzbrigade“

Dass FPÖ Politiker gemeinsam mit militanten Neonazis demonstrieren, scheint in Österreich niemanden mehr zu schockieren. Daneben offenbarte sich letzten Freitag aber eine weitere brisante Connection. Im Anschluss an die Demonstration ging eine größere Gruppe Neonazis in den zweiten Bezirk weiter, um dort in einer Immobilie, in der die Neonazis Gottfried & Karin Küssel sowie Felix Budin Wohnungen besitzen, zu feiern. In der Unteren Donaustraße 39 / Lichtenauergasse 4 befinden sich die Wohnungen dieser Neonazis sowie mutmaßlich auch eine Form eines Lokals / Clubraums, welches von der Wiener Neonazi-Szene für interne Feiern genutzt wird. Antifaschist*innen konnten beobachten wie Neonazis, dort – teils vermummt – einkehrten. Ein Bildabgleich belegt, dass es sich um die selben Neonazis handelt, die zuvor die Demonstration der „Identitären“ besuchten. Die Fotos (siehe Instagram: https://www.instagram.com/p/DHY7he-MAtq/?img_index=3) der Neonazis auf der „Identitären“-Kundgebung belegen dieses Näheverhältnis ebenso. Der Altnazi-Kader Richard Fiebicher (seit den 1980ern aktiver Neonazi, ex-VAPO, Küssel-Vertrauter) war auf der Demonstration gemeinsam mit jüngeren Neonazis der „Tanzbrigade“ und der „Division Wien“ zu sehen. Fiebicher stieg auch gemeinsam mit dieser Gruppe in die U-Bahn. Mutmaßlich führte er sie zum Wohnhaus seines alten Kameraden Gottfried Küssel. Die Bilder des Presseservice Wien belegen deutlich, wie hier drei Generationen an Neonazis zusammenkommen.

Das Foto (siehe Instagram: https://www.instagram.com/p/DHY7he-MAtq/?img_index=7) zeigt die engen Verbindungen über drei Generationen Neonazis: Richard Fiebicher als Vertreter der „Alten Generation“, daneben Bernhard Burian der „Tanzbrigade“, auch eine bereits etablierte (aber jüngere) Neonazi-Gruppe. Und schließlich ein Akteur der „Division Wien“, also ein Vertreter der ganz jungen Generation Neonazis. Alle gemeinsam treffen augenscheinlich eine Absprache und treten auf der Demonstration gemeinsam auf.

Es bleibt dabei: Antifa ist notwendig.

Die Verbindungen dieser Neonazis sind gefährlich, das zeigen uns die unzähligen Beispiele rechter Angriffe der letzten Monate. Dagegen hilft nur antifaschistischer Selbstschutz. Alle zusammen gegen Nazis in Wien und anderswo!

Es ist außerdem unglaublich, dass Neonazis seit Jahren weitgehend ungestört mitten im 2. Bezirk einen Treffpunkt unterhalten können. Gerade im 2. Bezirk, der durch seine jüdische Vergangenheit und Gegenwart geprägt ist, stellt die Präsenz faschistischer AkteurInnen eine große Gefahr dar.
Erst Ende November 2024 kam es im zweiten Bezirk zu einem Angriff auf einen orthodoxen Juden, ausgehend von den hier behandelten Neonazis. Wir halten auch in diesem Kontext an unserer Forderung fest: Nazis raus aus dem Zweiten! Leopoldstadt muss sicher sein für alle – auch jene, die nicht in das engmaschige, faschistische Weltbild der Neonazis passen.